Faro

Das schon in antiken Schriften erwähnte Ossonoba ist heute die größte Stadt und Verwaltungssitz des Algarve-Distriktes. Vom Meer durch Sandbänke abgeschirmt, führt ihr Zugang zum Wasser durch ein Haff. Einen Spaziergang durch das geschäftige Zentrum beginnt man am besten von dem malerischen kleinen Hafen aus. Ebenfalls Opfer des Erdbebens von 1755, weist die Stadt nur wenige historische Bauten auf, doch eignet sich die Fußgängerzone mit ihren geometrisch angeordneten Pflastermarkierungen prächtig zum Flanieren. Eindrucksvollstes Bauwerk ist die Kathedrale, Se, an einem weiten, ruhigen Platz, Largo da Se, gelegen. Von dem ursprünglich festungsartigen Bau, wie er für Portugals gotische Kathedralen typisch ist, blieb nur der Turm erhalten, die anderen Gebäudeteile wurden später errichtet, in den Kapellen mischen sich Elemente verschiedenster Stilrichtungen, auch der ausladende Barock, der sonst in der Algarve selten ist.

Überlebt hat auch das 1543 vollendete Klarissinnen-Kloster mit seinem doppelstöckigen Kreuzgang; es enthält heute das nach dem Prinzen Heinrich benannte Archäologische Museum.
Faro ist seit Jahrhunderten Bischofssitz. Vor den Toren der Kathedrale wacht Francisco Gomes, einstiger Bischof der Stadt. Faros Reichtümer fielen nicht erst dem Erdbeben 1755 zum Opfer. Die Engländer entwendeten im 16. Jahrhundert die bischöfliche Bibliothek, die noch heute dem Kern der berühmten Bodleian Library in Oxford bildet.