Tavira

Wie man unschwer an den Ruinen der Stadtmauer und den auf den Fundamenten einer alten Moschee erbauten Kirche Santa Maria sehen kann, war Tavira schon zu maurischer Zeit ein bedeutender Ort. Er wurde 1242 von Jakobsrittern erobert. Die Geschichte weiß um den Bruch eines kurzfristigen Waffenstillstandes durch Mauren, die einen Jagdtrupp der Christen überfielen - seine sieben Opfer sind in der Kathedrale beerdigt. Sie dienten als Rechtfertigung für die - furia cristiana-, das Wüten der Kreuzritter bei der Eroberung. Auch Tavira wurde von dem Erdbeben 1755 schwer getroffen und - ähnlich wie - Villa Real, aber weniger systematisch - vom Marques de Pombal als bedeutender Fischerhafen wieder aufgebaut.

Die meisten alten Häuser stammen aus dieser Zeit, auch die malerischen Gäßchen zwischen der Praca da Republica und den maurischen Anlagen, die Tavira seinen südlich-verträumten Reiz geben. Tavira hat viele Kirchen. Auffallend ist die bereits erwähnte, erhöht gelegene Kirche Santa Maria do Castelo, die, wie viele andere Kirchen Portugals, auch als Wehr- und Zufluchtsort diente, was ihre klobige und mächtige gotische Grundstruktur erklärt. Später hinzu kamen einige manuelinische Erweiterungen. Eine Misericordia-Kirche (1541) fehlt auch nicht; mit ihrem bemerkenswerten zweifarbigen steinernen Renaissance-Portal sowie dem vergoldeten Schnitzwerk und den Kachelbildern des Inneren gilt sie als schönste Kirche dieses Typs in der Algarve.